| Germanen | Dieser Text beschreibt Germanen. Der untere Text beinhaltet die Germanen Beschreibung. Soweit es sich um ein definierbares Objekt handelt, sollte hier eine Germanen Definition vorhanden sein. Sollte eine Definition von Germanen fehlen, kann diese von Ihnen verfaßt werden. Wir sind bestrebt die Beschreibung von Germanen möglichst ausführlich zu halten.
Jeder Text bei Know-Library, sowie ein Teil davon (Definition, Beschreibung etc.), außer Bücher Beschreibungen kann bearbeitet werden. Falls die Beschreibung auf dieser Seite nicht korrekt ist klicken Sie auf 'Beschreibung editieren' um den Text zu korrigieren bzw. neuen einzufügen. Weitere Informationen und Bücher zum Thema Germanen Beschreibung , so wie Link zum Forum finden Sie weiter unten. Eine Übersicht der Texte, die das Thema Germanen beschreiben finden Sie auf der Seite alle Artikel über Germanen. Fragen zu dem Thema Germanen können im Forum gestellt werden. Klicken Sie hier um zu dem Forum zu wechseln.
Germanen Artikel Germane. Römisches Thriumphalrelief in dem Vatikanischen Museum zu Rom. Als Germanen werden eine Anzahl von Völkern mit ähnlicher Sprache, Kultur und Lebensgewohnheiten genannt, die um die Zeitenwende in Nord- und Mitteleuropa lebten. Die germanischen Völker selbst genannten sich nicht als Germanen und hatten auch kein nationales Zusammengehörigkeitsgefühl.
Die Verwendung des Begriffs Germanen ist erstmals vom griechischen Geschichtsschreiber Poseidonios um das Jahr 80 v. Chr. überliefert worden. Bei seinem Treffen mit den Völkern Mitteleuropas hat er diesen Namen hörend vermutlich von irgendeinem Stamm der "Germanen" abgeleitet. So könnte der Name eines kleinen Volksstammes letztendlich auf eine ganze ethnische Volksgruppe übertragen worden sein.
Dokumentarisch gesichert und verbreitet hat den Namen jedoch Cäsar in seinem Buch De bello gallico („der Gallische Krieg“, 51 v. Chr.), der den Begriff auf alle rechtsrheinischen Völker übertrug. Bis dahin wurden die Völker in Kelten (Westeuropa), und Skythen (Osteuropa) eingeteilt. Erst mit Cäsar erkannten die Römer, dass es sich bei den Germanen nicht um Kelten handelte, sondern um einen eigenen Volksstamm.
Der römischen Historiker Tacitus hingegen schreibt in seinem Buch De origine et situ Germanorum („Über den Ursprung und die Gebräuche der Germanen“, Jahr ungefähr 98; 2. Kapitel), dass der Name „Germanen“ noch relativ neu sei. Man habe den Namen zunächst für die Tungrer benutzt und anschließend auf alle germanischen Stämme übertragen; Tacitus zufolge seien also als Germanen in dem umfassenden Sinn alle rechtsrheinischen Stämme so zuerst von den Galliern genannt worden. Diesen Namen haben dann die Volksstämme auch für sich selber benutzt.
In seinem Buch findet sich auch die einzige detaillierte Beschreibung des Germaniens jener Zeit, wo die einzelnen Stämme und Völker zwischen Rhein und Weichsel sowie Donau und Nord- bzw. Ostsee aufgeführt sind.
Buch-Tipp: Annalen (Sammlung Tusculum) Tacitus macht das alte Rom lebendig Das Römische Reich wurde in dem ersten Jahrhundert n. Chr. von Kaisern beherrscht, die sich mit ihrem Lebenswandel und ihren Untaten einen zweifelhaften Ruhm erwarben, der die Zeiten überdauert. Augustus begründete die Kaiserherrschaft: Unter Beibehaltung der republikanischen Institutionen wurde die tatsächliche... | |
Von Germanen kann erst zu der Zeit gesprochen werden, in denen sie in den schriftlichen Quellen erscheinen. Ein "Rückrechnen" und die Suche nach frühgeschichtlichen Ur-Germanen der Stein- und Bronzezeit war in der archäologischen Forschung früher zeitweilig üblich. Diese mit dem Namen von Gustaf Kossinna verbundene Methode ist aber seit längerer Zeit als falsch erkannt. Eine direkte Verbindung zwischen etwa der bronzezeitlichen Kultur des Nordischen Kreises oder gar früheren Kulturen wie der den Ackerbau betreibenden Trägern der Trichterbecherkultur, einer Megalithkultur, oder den Streitaxtleuten (auch Schnurkeramiker genannt) und den Germanen ist nicht zu beweisen.
Neueste Theorien vermuten aufgrund der Namensgebung von Flüssen und Ortschaften, dass der Entstehungsort der germanischen Kultur in dem Raum nördlich der deutschen Mittelgebirge gelegen haben könnte (siehe auch: Himmelsscheibe von Nebra). Die Mehrheit der Wissenschaftler teilt diese Theorie jedoch nicht.
Um 500 v. Chr. bildete sich aus einem indogermanischen Urdialekt durch die germanische Lautverschiebung die germanische Ursprache, aus der später die germanischen Sprachen entstanden.
Buch-Tipp: Annalen (Winkler Weltliteratur. Dünndruckausgabe) Tacitus macht das alte Rom lebendig Das Römische Reich wurde in dem ersten Jahrhundert n. Chr. von Kaisern beherrscht, die sich mit ihrem Lebenswandel und ihren Untaten einen zweifelhaften Ruhm erwarben, der die Zeiten überdauert. Augustus begründete die Kaiserherrschaft: Unter Beibehaltung der republikanischen Institutionen wurde die tatsächliche... |
| |
Älteste historische Berichte über die Germanen stammen von Begegnungen mit den Griechen und dem Römischen Reich.
Bereits der griechische Reisende Pytheas aus Marseille berichtete um 330 v. Chr. über die Länder um die Nordsee und die dort lebenden Völker.
Die ostgermanischen Bastarnen drangen ab ungefähr 200 v. Chr. nach Südostenins heutige Ostrumänien vor und wurden ab 179 v. Chr. in Kämpfe der Makedonen und anderer Völker auf dem Balkan verwickelt.
Buch-Tipp: Annalen. Bibliothek der Antike. Tacitus macht das alte Rom lebendig Das Römische Reich wurde in dem ersten Jahrhundert n. Chr. von Kaisern beherrscht, die sich mit ihrem Lebenswandel und ihren Untaten einen zweifelhaften Ruhm erwarben, der die Zeiten überdauert. Augustus begründete die Kaiserherrschaft: Unter Beibehaltung der republikanischen Institutionen wurde die tatsächliche... |
Der Marsch der Kimbern, Teutonen und Ambronen | |
Um 120 v. Chr. brechen Kimbern, Teutonen und Ambronen in Richtung Süden auf. Die Ursache ist nicht eindeutig geklärt: Die historischen Quellen berichten von einer Sturmflut in Jütland, aufgrund derer die Einwohner ihre Heimat verließen. Allerdings vermutet man heute, dass vielmehr Hungersnöte aufgrund klimatischer Veränderungen dafür verantwortlich waren.
Um 113 v. Chr. treffen die Germanenstämme auf die Römer. Bei der folgenden Schlacht (auch als Schlacht von Noreia genannt) entgehen die Römer der völligen Vernichtung ihrer Truppen ca. durch ein plötzlich einsetzendes Gewitter, welches die Germanen als ein warnendes Omen (Grollen) ihres Wettergottes Donar interpretieren.
Es kommt um 109 v. Chr., 107 v. Chr. und 105 v. Chr. noch weitere Male zu Kämpfen zwischen den Römern und den Germanen, bei denen die Römer jedes Mal eine Niederlage erleiden. Erst als sich die Stämme in zwei Gruppen aufteilen, gelingt es den Römern 102 v. Chr. die Teutonen und Ambronen zu besiegen, 101 v. Chr. die Kimbern.
Ausführlicher Beschreibung siehe auch Artikel Kimbern
Germanische Gesandtschaft an Kaiser Marc Aurel. Relief der Marc Aurel-Säule zu Rom.
Buch-Tipp: Arminius, Fürst der Germanen. Der spannende Schluß der fünfbändigen Germanensage Nach den vier Vorgängerromanen:„Thorag oder die Rückkehr der Germanen" (Band 1)„Der Adler des Germanicus" (Band 2)„Marbod oder die Zwietracht der Germanen" (Band 3)„Die Germanen von Ravenna" (Band 4)führt Jörg Kastner den Leser zu dem Höhepunkt seiner Sage um Arminius,... |
| |
Der Durchbruch der Kimbern und Teutonen durch die damals noch keltischen Mittelgebirge führt zur Erschütterung der keltischen Macht in Mittel- und Süddeutschland, so dass später auch andere Germanen, insbesondere Suebische Stämme, in Hessen und das Maingebiet eindringen können. Unter ihrem Führer Ariovist dringen sie auch in Gallien ein, werden jedoch durch Gaius Julius Caesar 58 v. Chr. geschlagen und hinter den Rhein zurückgeworfen.
Im 1. vorchristlichen Jahrhundert macht die römische Eroberung Galliens durch Caesar die Germanen zu direkten Nachbarn des Römischen Reiches.
Dieser Kontakt führte in der darauffolgenden Zeit zu ständigen Konflikten: Stets wieder kommt es zu Übergriffen der Germanen auf die Römer. In dem Gegenzug führt Caesar in dem Jahr 55 sowie 53 v. Chr. Strafexpeditionen gegen die Germanen durch. Allerdings erkennt Caesar den Rhein als Grenzlinie zwischen Germanen und Römern an.
Buch-Tipp: Der Silberkessel. Historischer Roman aus der Zeit der Völkerwanderung Zusammenprall der Kulturen Stefan Jäger hat um den Silberkessel von Gundestrup, der 1891 in Dänemark in einem ehemaligen Moor gefunden wurde, eine fantastische Geschichte geschrieben. In eindrücklichen Beschreibungen bekommt man ein Bild der Lebensbedingungen in dem Dänemark um 120 v. Christus, die letztlich dazu geführt haben, dass große Teile... |
Vorstoß des Augustus bis zur Elbe | |
Doch auch in der Folgezeit kommt die Rheingrenze nicht zur Ruhe. Der römische Kaiser Augustus beschließt darum die Verlagerung von Truppen an den Rhein, die bisher in Gallien stationiert waren. Die Rheingrenze bleibt dennoch unsicher.
Augustus ändert darum seine Taktik: Er beZieligt, das Römische Reich bis an die Elbe auszudehnen. Zwischen 12 und 9 v. Chr. führt Drusus, Stiefsohn von Augustus, mehrere Feldzüge gegen die Germanen durch und unterwirft die Friesen, Chauken, Brukterer, Marsen und Chatten. Trotz der Feldzüge des Drusus gerieten aber die wenigsten Germanenstämme wirklich in dauerhafte römische Abhängigkeit. Nachdem Drusus beim Rückzug bei einem Sturz von seinem Pferd stirbt, setzt sein Bruder Tiberius 8 v. Chr. die Feldzüge fort. In dem Jahre 4 n. Chr. gelingt es ihm, die bis dahin aufständischen Cherusker zu unterwerfen.
Buch-Tipp: Der germanische Götterglaube. Asatru - eine moderne Religion aus alten Zeiten Guter und interessanter Überblick! Das Buch bietet alles was man zu dem Verständnis des Germanischen Götterglaubens benötigt. Sehr hilfreich ist der übersichtliche Aufbau. Das Buch bietet einen detailierten Einblick in Rituale sowie deren Sinnhaftigkeit. Die anregende Gestaltung des Buches sowie der unkomplizierte Schreibstil machen es einfach... |
| |
Nachdem der Widerstand der Germanen gebrochen schien, wurde Publius Quinctilius Varus damit beauftragt, römisches Recht einzuführen und Steuern zu erheben. Als Statthalter war er dort gleichzeitig Oberbefehlshaber über die rheinischen Legionen. Varus, der sich zuvor in der römischen Provinz Syrien den Ruf eines brutalen und korrupten Verwaltungsfachmanns erworben hatte, brachte bald die Germanen gegen sich auf. Gegner der Besatzung ließ er mit aller Härte des römischen Rechts bestrafen. Die von ihm eingeführten Steuern wurden von den Germanen zudem als zutiefst ungerecht empfunden, die eine solche Abgabe ca. für Unfreie kannten.
Unter diesen Umständen gelang es dem Cheruskerfürst Arminius, der die römischen Bürgerrechte und Ritterwürden besaß, mehrere germanische Stämme zu einen. Arminius nutzte das Vertrauen, das ihm Varus entgegenbrachte aus und lockte diesen in einen Hinterhalt. In der darauffolgenden Schlacht (auch "Varusschlacht" oder "Schlacht in dem Teutoburger Wald" genannt) verloren die Römer drei Legionen (etwa 25 Tausend Soldaten). Laut den Überlieferungen des Sueton soll Augustus daraufhin ausgerufen haben: "Quinctili Varus, legiones redde!" ("Quintilius Varus, gib mir die Legionen zurück!"). Der römische Eroberungsversuch scheiterte damit in dem Jahre 9 n. Chr.
Germanien blieb danach bis zur Völkerwanderung von der römischen Kultur wenig beeinflusst.
Buch-Tipp: Die Edda. Götterdichtung, Spruchweisheit und Heldengesänge der Germanen (Diederichs) Eine weitere Bibel des altertümlichen Nordens Wer lust auf alte Sagen und Dichtungen oder aber Heldengesänge hat, sollte ein Auge auf dieses Produkt werfen. Als eigendlich "Leihe" der nordisch, germanischen Bräuche empfand ich das Buch sehr gut zu dem entspannen. Zu dem ersten weil die Edda an sich gut beschrieben ist. Zu dem anderen weil in den Geschichten... |
Die Römisch - Germanischen Beziehungen nach der Varusschlacht | |
Unter Germanicus unternahmen die Römer zwischen 14 und 16 n. Chr. weitere Vorstöße über die Rheingrenze hinweg. Ob es sich dabei um Strafexpeditionen oder die Fortsetzung der römischen Expansionspläne handelte ist umstritten.
In den Folgejahren kam es stets wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Germanen und Römern: In dem Jahr 29 schlugen die Römer einen Aufstand der bis dahin römerfreundlichen Friesen nieder. In dem Jahr 69 mussten sogar Truppen aus Spanien und Britannien für Verstärkung sorgen, um die Revolte der Bataven unter Führung des Iulius Civilis niederzuschlagen.
Im Jahre 83 entschloss sich Kaiser Domitian , die römische Grenze zwischen Rhein und Donau weiter gegen Norden zu verschieben. Nach Beendigung der Chattenkriege begannen die Römer mit dem Bau des Limes die Grenzen zwischen Germanien und dem römischen Reich zu sichern. In dem selben Zeitraum entstanden die Provinzen Germania Superior (Obergermanien) und Germania Inferior (Untergermanien).
Buch-Tipp: Die Edda. Götterlieder, Heldenlieder und Spruchweisheiten der Germanen Spannend und unterhaltsam Die germanische bzw. altnordische Mythologie kennen wir aus der "Edda", die eigentlich aus zwei altisländischen Büchern besteht: Der "Lieder-Edda" (oder "Ältere Edda", aus dem 9. -13. Jh. ) umfasst viele Götter- und Heldenlieder, die "Snorra-Edda" (oder "Jüngere Edda",um 1225) - nach ihrem Schreiber Snorri Sturluson... |
| |
Im 2. Jahrhundert n. Chr. fanden zwei entscheidende Veränderungen rechts des Rheins statt: Zu dem einen schlossen sich die zerstrittenen germanischen Stämme zu Großstämmen zusammen, zu dem anderen drückten die Germanen stets stärker gegen die römischen Grenzen.
167 fielen die Markomannen, Quaden, Langobarden, Vandalen, Jazygen und weitere Stämme in die römische Provinz Pannonien ein und lösten damit die Markomannenkriege (167 bis 180) aus. In insgesamt vier Feldzügen schlug der römische Kaiser Marc Aurel die Germanen vernichtend. Man vermutet, dass die Römer planten, zwei neue Provinzen einzurichten. Nach dem Tod Marc Aurels 180 kehrte sein Sohn Commodus jedoch wieder zur Defensivpolitik zurück und schloss Friedensverträge mit den Germanen.
Viele Historiker sehen die Markomannenkriege als die Vorboten der großen Völkerwanderung. Ausgelöst wurde der zunehmende Bevölkerungsdruck auf die römischen Grenzen durch die Wanderungen der Goten zu dem Schwarzen Meer und der Vandalen in Richtung Donau. Die Ursachen für diese aufkommende Wanderbewegung germanischer Stämme konnten bisher nicht geklärt werden, denkbar wären z.B. Hungersnöte.
Buch-Tipp: Die ersten Deutschen. Über das rätselhafte Volk der Germanen. Eine echte Offenbarung. . . Dieses Buch habe ich in einem Stapel Bücher gefunden, die "entsorgt" werden sollten. Zugegriffen, weil interessantes Thema, was man irgendwann ja mal lesen kann.
So kam es, dass ich das Buch mit in den Urlaub nahm und so super angenehm überrascht worden bin.
Es ist nicht ca. der an sich interessante Lesestoff, vielmehr... |
| |
Versuche, die Germanenstämme, die zu dieser Zeit in Norddeutschland und Südskandinavien lebten, zu klassifizieren, führten zu Einteilungen in Nord-, West- und Ostgermanen oder auch Elb-, Wesergermanen.
Buch-Tipp: Germania Sehr interessant, muss aber mit offenen Augen gelesen werden Der römische Autor Tacitus (55 - 120 n. Chr. ) beschreibt in seinem Werk "Germania" die einfachen und natürlichen Lebensgewohnheiten der verschiedenen germanischen Stämme, die er in einem starken Gegensatz zu den seiner Meinung nach verweichlichten und dekadenten Römern... |
| |
Zu den Nordgermanen zählen die skandinavischen Stämme. Aus ihnen gingen später die Dänen, die Schweden, die Norweger und die Isländer hervor (siehe auch: Skandinavier).
Buch-Tipp: Germania (Die Bibliothek der Alten Welt) Sehr interessant, muss aber mit offenen Augen gelesen werden Der römische Autor Tacitus (55 - 120 n. Chr. ) beschreibt in seinem Werk "Germania" die einfachen und natürlichen Lebensgewohnheiten der verschiedenen germanischen Stämme, die er in einem starken Gegensatz zu den seiner Meinung nach verweichlichten und dekadenten Römern... |
| |
Zu den West-Germanen zählen die:
- elbgermanischen Stämme (Sueben): Markomannen, Quaden, Hermunduren, Semnonen und Langobarden
- nordseegermanischen Stämme (bei Tacitus Ingaevonen): Chauken, Angeln, Warnen, Friesen, und Sachsen
- rheinwesergermanischen Stämme: Cherusker, Bataver, Brukterer, Chamaven, Chattuarier , Chatten, Ubier, Usipeter, Sigambrer, Angrivarier und Tenkterer (siehe auch Nordwestblock)
|
| |
Die Germanen waren hauptsächlich sesshafte Bauern und gingen, in dem Gegensatz zu einer weit verbreiteten Vorstellung, ca. selten zur Jagd. Sie lebten hauptsächlich von der Eigenproduktion, aber neben der Landwirtschaft gab es auch Handwerker wie Schmiede, Töpfer und Tischler. Geld kannten die Germanen nicht, ihr Handel beschränkte sich auf reine Naturalienwirtschaft.
Gezüchtet wurden hauptsächlich Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen sowie Pferde. Außerdem war den Germanen die Bienenzucht ebenso wie die Webkunst bereits bekannt. Ebenfalls wussten die Germanen wie Käse zubereitet wird, dessen Herstellungsverfahren sie selbst entdeckten.
Obwohl der Pflug zur Bestellung der Äcker bereits seit etwa Christi Geburt bekannt war, setze er sich bei den Germanen erst langsam durch. Für die Ernährung war besonders die Gerste von entscheidender Bedeutung. Die Äcker ließen sie regelmäßig brach liegen und sie wussten um den Nutzen der Düngung. Getreide wurde hauptsächlich in Form von Brei gegessen, Brot konnte sich bis in das Mittelalter ca. die Oberschicht leisten.
Die Produktivität war wesentlich kleiner als bei den Römern. Tacitus etwa berichtet: "Vieh gibt es reichlich, doch zumeist ist es unansehnlich. Selbst den Rindern fehlt die gewöhnliche Stattlichkeit und der Stirnschmuck" (Kapitel 5). Darum kam es häufig zu Hungersnöten und viele Germanen litten an Unternährung, was zu einer deutlich verringerten Lebenserwartung führte. Es wird vermutet, dass dies eine der Hauptursachen der germanischen Wanderbewegungen ist (wie etwa der Zug der Kimbern und Teutonen), die schließlich mit der großen Völkerwanderung ihren Höhepunkt erreichte.
|
| |
Die Germanen wohnten in relativ kleinen Siedlungen. Aus den Bestattungsplätzen der Germanen schließen Archäologen, dass die Größe von Siedlungen bei etwa zweihundert Menschen lag. Die Siedlungen entwickelten sich nicht nach einem vorgegebenen Plan: Dort wo bereits ein Germane siedelte, kamen bald weitere hinzu.
Aus Ausgrabungen ist bekannt, dass die Germanen in Holzhäusern in Skelettbauweise wohnten. Da in dem Gegensatz zu Steinhäusern das Holz mit der Zeit verrottet, geben lediglich die archäologisch nachweisbaren Pfostenlöcher einen Aufschluss über den genauen Aufbau der Häuser. Die verbreitetste Art war das germanische Langhaus, das Aufgrund seines Verhältnisses von Länge und Breite so genannt wird. Unter seinem Dach beherbergte es sowohl Menschen wie auch Tiere, die lediglich durch eine Wand getrennt waren. Der Wohnraum besaß keine weiteren Trennwände, in seiner Mitte befand sich eine Feuerstelle. Der Rauch konnte über eine Öffnung in Dach abziehen, Fenster besaßen die germanischen Häuser nicht.
|
| |
Die Schrift war den Germanen weitgehend unbekannt. Das einzig zusammenhängende schriftlich erhaltene Werk vor dem Ende der Völkerwanderung ist die Wulfilabibel aus dem 4. Jahrhundert. Da die Goten keine eigene Schrift besaßen, entwickelte Wulfila ein Alphabet, das sich auf griechischen, lateinischen und runischen Schriftzeichen zusammensetze.
Die Runen, die ab dem 2. Jahrhundert aufkamen, wurden hauptsächlich als magische Zeichen benutzt. Längere Schriften sind selten, meistens wurden mit dem Runen ca. wertvolle Gegenstände genannt.
Die einzigen schriftlichen Quellen über die Germanen gehen hauptsächlich auf römischen und griechischen Ursprungs zurück, insbesondere auf Tacitus.
|
| |
Im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Germanen in dem deutschsprachigen Raum stets wieder als Übermenschen dargestellt und zu nationalistischen Zwecken missbraucht. Insbesondere der Nationalsozialismus bediente sich dieses Klischees über die Germanen in extremer Weise und erhob ihre Nachkommen, die sie als "Arier" genannten, zur "Herrenrasse".
Die Darstellung der Germanen geht hauptsächlich auf antike Autoren wie Tacitus und Cäsar zurück. Sie beschrieben die Germanen als blonde, blauäugige Riesen, die über fast übermenschliche Kräfte verfügen würden.
Durch Skelett- und Moorfunde lässt sich belegen, dass die Germanen tatsächlich größer als die Römer waren. Die Funde bestätigen außerdem die große körperliche Kraft sowie die überwiegend blonde Haarfarbe der Germanen.
Allerdings übertreiben die antiken Quelle häufig erheblich: So zeigen die gefundenen Skelette, dass die Germanen zwar größer als die Römer waren, diese aber durchschnittlich ca. um ungefähr einen Kopf überragten. Auch kräftemäßig waren sie den Römern überlegen. Sehr gut erhaltene Moorleichen bestätigen aber auch eine Vermutung des Tacitus: Ihr Durchhaltevermögen war klein, bei längeren Kämpfen siegte bald die Erschöpfung über den Kampfeswillen.
Der Gesundheitszustand der Germanen war meistens sehr schlecht: Mangelernährung, Gelenkerkrankungen und Bandscheibenschäden waren bei den Germanen sehr verbreitet. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung betrug daher ca. 35 Jahre.
Die antiken Autoren sind sich darin einig, dass sich die Germanen häufig dem Alkoholgenuss hingaben. Die verbreitetsten Getränke waren Met und Bier. Hohe Festtage begingen die Germanen häufig mit einem Gelage. Selbst die Götter, so glaubten sie, würden sich dem Alkoholgenuss hingeben. So bemerkt schon Tacitus in seiner Germania: "Als Getränk dient ein Saft aus Gerste oder Weizen, der durch Gärung eine gewisse Ähnlichkeit mit Wein erhält..." und bezogen auf den hohen Alkoholkonsum: "Wollte man ihnen, ihrer Trunksucht nachgehend, verschaffen, soviel sie wollen, so könnte man sie leichter durch ihr Laster als mit Waffen besiegen."
|
| |
In der Zeit der Völkerwanderung gründeten unterschiedliche Germanenstämme Reiche in Frankreich, Italien und Spanien, und wanderten auch nach Britannien.
Auf dem europäischen Festland ging aus diesen Reichen später das Frankenreich hervor.
Hieraus entstand dann das Heilige Römische Reich, dessen ostwärtige Expansion die Westbewegung der Völkerwanderungszeit umkehrte und den Grundstein für das in dem 19. Jahrhundert entstehende Deutsche Reich legen sollte.
|
Weiteres zu dem Artikel Germanen |
| Andere Leser interessierten sich auch für folgende Beschreibungen: | Fenster, Leben, Wangionen | | Schnellzugrif auf verwandte Texte: | | | NEU! Frage im Forum zum Thema: | | Wenn die Beschreibung 'Germanen' Ihrer Meinung nach nicht korrekt ist oder in aktueller Version Fehler enthalten sind oder es fehlt die Germanen Definition, dann klicken Sie bitte auf "Beschreibung bearbeiten" und schreiben Sie die Eigene Version des Textes. Die Änderungen in der Beschreibung werden sofort aktiv und für alle sichtbar. Ein Administrator wird Ihre Version der Beschreibung und Definition von 'Germanen' nachher prüfen. Bitte achten Sie auf die Urheberrechte (Copyright). Wir sind für die besseren Beschreibung von 'Germanen' und 'Germanen' Definition sehr dankbar.
Alle Tipps zu den Bücher auf dieser Seite wurden automatisch generiert. D.h. die Bücher wurden aus einer Datenbank von dem Computer ausgesucht. Deshalb kann es vorkommen, dass vorgeschlagene Bücher nicht ganz der 'Germanen' Beschreibung entsprechen.
|
|
· Diese Seite wurde bisher 10.345 mal abgerufen. · Letzte Counteraktualisierung erfolgte am 11.05.2008 um 23:27:32 · Diese Seite wurde zuletzt geändert um 16:04, 29. Sep 2004. · Letzte Portalaktualisierung erfolgte um 08:00:00 GMT, 25.02.2008
|